Trachtenkleid

Das Dirndl ist ein echtes Prachtkleid, das wusste auch Schlagersängerin Antonia. Sie sang in einem Ihrer Texte, dass Dirndl Männer weichmachen würden. Und sie hat recht. Das Dirndl verhüllt Konturen, macht aus sehr schlanken Frauen etwas fülligere, macht kräftigere Frauen schlanker und es zaubert ein schönes und großes Dekolleté. Doch ursprünglich war dies nicht die Aufgabe des Trachtenkleides.

Früher im 19. Jahrhundert diente das Trachtenkleid als praktische Arbeitskleidung für die Mägde, die in Deutschland oder Österreich arbeiteten. Die Mägde wurden früher „Diernen“ genannt, daher kommt auch der Ausdruck Dirndl. Über dem normalen Hemd trugen die Mägde das heutige Trachtenkleid und eine Schürze. Historisch Korrekt sind die Dirndlkleider einfarbig, Verzierungen durch Blumen oder andere Muster gab es nur selten. Das Kleid musste strapazierfähig sein, da es sich für den Einsatz im Feld, im Haus und im Stall eignen musste. Dabei hatten Baumwoll- oder andere Leinenstoffe oft Vorrang, und das alles ohne Verzierungen oder Schmuck. Verzierungen waren oft zu teuer und durch den anfallenden Schmutz wären sie damals auch nicht zur Geltung gekommen.

Um 1930 wurde das Dirndl von Städterinnen umgestaltet, die ihre Sommerfrische in den Bergen verbrachten und das Aussehen der Mägde nachahmen wollten. Doch das Unifarbene Design war Ihnen zu langweilig und nicht edel genug. Also wurde das Trachtenkleid umgestaltet. Durch Filme wurde das Trachtenkleid noch bekannter. Dies hatte zur Folge, dass die Dame von Welt Trachtenkleider trugen. Der Kult schaffte es bis in die USA. Der Film „The White Horse“ war ein echter Hit und machte die Amerikaner auf das Dirndl aufmerksam. Das Dirndl wurde zum trendigen Sommerkleid, welches jede modebewusste Frau tragen musste. Es wurde mit Trachtelementen wie Ärmeln, Schnürmieder und Schürzen verschönert. Im Winter gab es das Winterdirndl. Dafür verwendete man Flanellstoffe in Dunkelblau und Lodengrün.

Doch Dirndl ist nicht gleich Dirndl. In jeder Region variieren die Varianten des Dirndl Looks. So tragen die Passauerinnen eine Goldhaube zur niederbayerischen Tracht. Die Hinterskirchenerinnen tragen hingegen blaue Kniestrümpfe und unverheiratete tragen ein Krönchen dazu. Die Frauen in Oberbayern tragen einen schwarzen Rock zu Ihrem Trachtenkleid und als Schmuck für sie fungiert die Kopfkette. Doch es gibt eine Dirndl- Tradition auf die man sich immer verlassen kann: Die Schürzenregel. Wenn eine Dame die Schleife rechts trägt, dann ist sie verheiratet oder fest vergeben. Wenn die Schleife aber links getragen wird, dann bedeutet dies dass die Frau noch zu haben ist. Echte Dirndl Kenner kennen auch noch zwei weitere Schürzen Varianten: Verwitwete Frauen tragen ihre Schleife hinten. Jungfrauen hingegen tragen ihre Schleife vorne. Zum Dirndl sollte man sich die passende Unterwäsche und den passenden Schmuck kaufen.
Zum Dirndl-Aussehen gibt es auch noch eine traditionelle Grundregel: Ein Dirndls darf nicht länger sein, als wie der Maßkrug hoch ist.