Dirndl Kleid

Wunderbar weiblich und doch traditionell – volkstümlich und topmodern zugleich, das Dirndl-Kleid schafft es mühelos, die krassesten Gegensätze zu vereinen. Und das auf höchst attraktive Weise. Das Dirndl ist ein Kleidungsstück mit Geschichte und ein Kleidungsstück mit Philosophie. Wer sich mit beidem beschäftigt, wird schnell zu der Erkenntnis kommen, dass das Dirndl auch ein Kleidungsstück mit Zukunft ist.

Geschichte und Entstehung eines modischen Dauerbrenners
Ursprünglich diente das Dirndl-Kleid als schlichte und mehr oder weniger zweckmäßige Arbeitsbekleidung der Landfrauen, Bäuerinnen und Dienstmägde. Kaiser Franz Josef, den Anblick frisch gewandeter Hausgeister gewöhnt, entwickelte eine ausgesprochene Vorliebe für das weibliche Gewand. Ihm ist es zu verdanken, dass das Dirndl auf der „sozialen Leiter“ nach oben stieg. Das Dirndl wurde hoffähig. Das Dirndl wurde ungleich kostbarer. Das Dirndl wurde zum Statussymbol derer, die sich das aufwendig gearbeitete Trachtenkleid leisten konnten. Und noch heute ist ein hochwertiges Dirndl-Kleid durchaus eine kostspielige Angelegenheit. Allerdings eine, die sich lohnt, denn der alte Kaiser hatte Recht: „Fescher“ und femininer als in einem Dirndl kann „Frau“ kaum gekleidet sein!

Philosophie, Zubehör und „Geheimsprache“ des Dirndls
Das Trachtenkleid als Weltanschauung? Wohl kaum! Oder doch? Nun, vielleicht nicht als Weltanschauung, aber doch als Lebenseinstellung. Frauen, die sich heute für ein Dirndl-Kleid entscheiden, wissen mit ihrem Körper und der dazu passenden Hülle umzugehen. Das Dirndl ist kein Kleidchen für unscheinbare Gänseliesel, das Dirndl ist ein Kleid für gestandene Frauen. Die vielen kleinen Details, die das mehrteilige Trachtenkleid zu bieten hat; die versteckten „Überraschungen“, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht – Dirndl-Trägerinnen lieben es, all das zu zelebrieren und gekonnt in Szene zu setzten.

Zum notwendigen Zubehör des traditionellen Trendkleides gehört zunächst einmal die passende Unterwäsche. Ein spezieller Dirndl-BH, oder zumindest doch ein guter Push-up, ist für das typisch herzförmige Dekolleté des Dirndls unverzichtbar. Darüber kommt die Dirndl-Bluse, die entsprechend tief ausgeschnitten und mit verspielten Puff-Ärmelchen versehen ist. Über der Bluse folgt das Mieder. Mit seinen Kettchen, Ösen und Stickereien wird das Mieder zum zweiten Blickfang des Dirndl-Kleides.

Die am Mieder befindliche Schnürung sorgt für eine wunderbar taillierte Silhouette. Den unteren Abschluss bildet der Rock. Er ist beim klassischen Dirndl züchtig lang, moderne Dirndl zeigen gern deutlich mehr Bein. Komplettiert wird das Dirndl-Kleid von der Schürze. Sie spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in der „Geheimsprache“ des Dirndls. So weist eine rechts gebundene Dirndl Schleife auf eine verheiratete Trägerin hin; sitzt die Schleife in der Mitte, so ist die Trägerin verwitwet. Nur die links sitzende Schleife zeigt ein lediges Mädel an.

Ein Kleid mit Zukunft
Das Dirndl ist nicht totzukriegen. Und das ist gut so. Mit Volkstümelei hat das Dirndl nichts zu tun. Eher mit Lebensgefühl und Freude am Schönen. Auch junge Frauen greifen heute immer mehr auf das gute, alte Dirndl zurück. Warum? Weil es sich anpasst, mit der Zeit geht, noch immer zeitgemäß ist. Das Dirndl-Kleid ist eine echte Volkstracht – das macht es so sympathisch.